Freitag, Januar 19, 2007

Wenn das Leben in einem Taxi davonfährt...

Mein letztes Weekend war ein grosses Drama: Eigentlich hatte ich vor, nach Arosa zu gehen, dort Ski zu fahren und die Snowboard-Meisterschaft anzuschauen. Ich freute mich sehr, schliesslich war ich auch im Besitz eines VIP-Passes für alles (Hotel, Party, Dinner). Das Schicksal meinte es aber an diesem Wochenende nicht ganz so gut und testete meine Belastbarkeit aufs äusserste!

Dummerweise fuhr nämlich mein Taxichauffeur am Freitagabend mit meinem Gepäck davon! Ja, Sie lesen richtig. Ich war vorher noch ein bisschen unterwegs gewesen (ein paar Prosecco waren schon in meinem Blut, das gebe ich zu...) und nahm ein Taxi. In Oerlikon stieg ich aus und vergass in der Hitze des Gefechts meine Tasche im Kofferraum. Ich versuchte noch, hinterher zu rennen, hatte aber keine Chance mehr. Es war weg! Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass mein halbes Leben in diesem Gepäckstück lag! Meine verschiedenen Kostüme für die Anlässe (...), mein Beautycase, mein Skianzug, ja die Digicam, der I-pod, mein Navyboot-Portemonnaie, einfach alles war weg!

Zuerst trug ich es mit Fassung, aber am Samstagmorgen war ich verzweifelt. Ich musste in den H&M rennen und mir wenigstens was Nettes für den Abend kaufen, schliesslich wusste ich nicht, wer alles am Abend vor Ort sein würde. Ich dachte an die Presse, die vielen Promis…
Vom Taxichauffeur fehlte jede Spur, das Fundbüro war übers Weekend geschlossen und selber Detektiv zu spielen ist bei 1'400 Taxis (Ist das nicht übertrieben? 1'400 Taxis… ich find das übertrieben. So zwei, drei wären doch genug...mmh?) ein Ding der Unmöglichkeit. Also überwand ich mich und ging mit allem, was ich halt am Leibe trug und einem H&M Plastiksack gefüllt mit einem neuem Hemd nach Arosa. Dass ich dort oben physisch und natürlich auch psychisch fast erfror, muss ich hier wohl nicht erwähnen.

Ich überlebte die Tortur nur knapp. Am Sonntagmorgen erreichte mich ein ausserordentliches psychisches Tief: ich wollte ich sterben, schliesslich war mein Leben in einem Taxi. Aber ich erholte mich und bestritt mutig auch den zweiten Tag in Arosa.

Nebenbei plagte mich natürlich auch immer wieder die Frage, wo den meine Tasche war? Eigentlich wusste ich nicht mehr als dass das Taxi schwarz war und der Chauffeur aus dem Osten kam. Als ich jedoch am Sonntagabend von meinen fehlenden Klamotten gedemütigt nach Hause kam, entdeckte ich auf meinem Telefonbeantworter eine unbekannte Nummer. Es war der Taxichauffeur!

Ich rief ihn zurück und vereinbarte einen Termin für die Rückgabe. Diese verzögerte sich jedoch mehrmals, da der Taxifahrer in Sache Zuverlässigkeit andere Vorstellungen pflegte als ich. Nachdem er mich drei Mal versetzt hatte, bekam ich vorgestern endlich meine Sachen und damit mein Leben zurück. Ich war sehr glücklich, dass dieses Drama doch ein Happy End gefunden hatte.

Heute betrachte ich es als einen Prüfstein, der mir in meinen Lebensweg gelegt wurde. Und wissen Sie was, ich hab’s überstanden. Ein Weekend in den gleichen Klamotten - Wow... ich fühle mich extrem stark!

Mein Tipp an Sie: Vergessen Sie nie was im Taxi!
Alles Gute,

le marco

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